Ein schlichtes Einmachglas mit lauter bunten, gefalteten Zetteln voller Glücksmomente und Dankbarkeit

Vorweg die gute Nachricht: Unseren Blick für Glücksmomente und Dankbarkeit können wir trainieren. Dankbarkeit – darunter verstehe ich, positive Aspekte wie Momente des Glücks in unserem Leben zu bemerken und zu schätzen (Mills, 2015). Lohnt es sich, Dankbarkeit zu lernen und anzuwenden? Welche Wirkung hat es, wenn wir bewusster mit Dankbarkeit und Glück umgehen? In diesem Coachingtapa machen wir einen kurzen Ausflug in die Wissenschaft und schauen uns einige Ergebnisse aus der verhaltenskardiologischen Forschung an. Dann erzähle ich euch die Geschichte vom unzufriedenen Bauern und den Erbsen des Glücks in seiner Hosentasche. Zum Schluss zeige ich euch, wie ihr mit dem Glücksmomente-Glas ganz einfach ein kleines Stück Glück und Dankbarkeit bewusst in euer Leben holen könnt.

Leben dankbare Menschen gesünder?

Die Wirkung von Dankbarkeit und Glück wird wissenschaftlich untersucht. Denn Dankbarkeit, so die Hypothese, könne einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Ich möchte euch motivieren, eure Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte des Lebens zu richten und auf das, wofür ihr dankbar sein könnt. Das möchte ich nicht mit den schwammigen „es werden Glückshormone ausgeschüttet“, „Stress wird abgebaut“, „du erlangst mehr Zufriedenheit“ tun. Wenden wir uns also ganz kurz ein paar ausgewählten und hoffentlich motivierenden Forschungsergebnissen zu. Im Bereich der Verhaltenskardiologie werden Zusammenhänge zwischen positiven psychologischen Attributen wie Spiritualität und Dankbarkeit und kardiologischen Erkrankungen untersucht.

Paul J. Mills, spezialisiert auf Psychoneuroimmunologie und Psychosomatik, zeigte im Jahr 2015 in einer Studie, dass Dankbarkeit die Herzgesundheit unterstützt. An seiner Studie beteiligten sich 186 Frauen und Männer. Alle litten unter Herzschwäche, bei der sie noch keine körperlichen Symptome spürten. Einige von ihnen führten ein Dankbarkeitstagebuch, wodurch sich ihre körperliche Verfassung verbesserte und eine Verschlechterung der Erkrankung verhindert wurde. Mills führte positive gesundheitliche Effekte auf die Dankbarkeitsinterventionen zurück: „Efforts to increase gratitude may be a treatment for improving well-being in HF patients’ lives and be of potential clinical value.“ (Mills, 2015, S. 5)

In der Korrelationsanalyse wurde Dankbarkeit mit folgendem gesundheitlichen Wohlbefinden assoziiert: besserer Schlaf, weniger depressive Verstimmung, weniger Müdigkeit. Patienten, die mehr Dankbarkeit zeigten, hatten auch geringere Entzündungsraten als die Kontrollgruppe.

In früheren Längsschnittstudien konnte gezeigt werden, dass ein höheres Maß an Dankbarkeit mit Verbesserungen in der wahrgenommenen sozialen Unterstützung sowie weniger Stress und Depression korreliert. Sie zeigten, dass diese Effekte nicht durch Persönlichkeitsfaktoren zu erklären sind (Wood, 2008). Wissenschaftler beobachteten auch, dass Dankbarkeitsübungen den Blutdruck und damit die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Herztodes senkten (Mc Craty, 1995).

Glück und Dankbarkeit: Wo bist du mit deiner Aufmerksamkeit?

Jetzt zu dir: Jeder Mensch entscheidet für sich, was Glück für ihn bedeutet. Wir können unserem Glücksempfinden aber leicht auf die Sprünge helfen. Denn der wichtigste Punkt für das Glück ist unsere Dankbarkeit. Wenn wir uns bewusst machen, wofür wir in unserem Leben dankbar sind, dann richten wir automatisch unsere Aufmerksamkeit auf das, was uns Kraft und Energie schenkt. Im Alltag sehen wir jedoch meist nicht hin, was uns dankbar oder glücklich macht. Dazu möchte ich kurz die Geschichte vom unzufriedenen Bauern nacherzählen, die in unterschiedlichen Varianten existiert.

Eine Hosentasche voller Glücksmomente

Nacherzählt von Kai-Uwe Scholz

„Es war einmal ein Bauer, der mit seiner Unzufriedenheit unzufrieden war. Um Abhilfe zu schaffen, füllte er jeden Morgen eine Handvoll Erbsen in seine linke Hosentasche. Und immer, wenn er während des Tages etwas Schönes erlebte, was ihm Freude bereitete und ihn für einen Moment glücklich machte, nahm er nun eine Erbse aus der linken Hosentasche  und steckte sie in die rechte.

Bald schärfte sich sein Blick für das Glück. Von Tag zu Tag entdeckte er mehr Gründe dafür, die Hülsenfrüchte von der linken in die rechte Hosentasche wandern zu lassen: die frische Morgenluft, der Gesang der Amsel auf dem Dachfirst, das Lachen der Kinder, das nette Gespräch mit seinem Nachbarn – bei jeder dieser Freuden ließ er eine Erbse in die rechte Tasche gleiten. Lange Zeit war er unglücklich über sein Dasein gewesen und hatte dem Glück im Alltag keine Beachtung geschenkt. Doch nun nahm er jeden Abend, bevor er zu Bett ging, die Erbsen aus seiner rechten Hosentasche in die Hand. Und ihm war klar: In jeder steckt ein Glücksmoment. Selbst wenn er nur eine einzige Erbse in seiner Hosentasche fand, wusste er: Auch diese stand für einen Augenblick des Glücks.“

Mach dir dein Glas voller Glücksmomente und Dankbarkeit

Das mit den Erbsen ist eine ganz einfache Möglichkeit, deine Dankbarkeit und deine Glücksmomente mehr in den Fokus zu nehmen. Eine andere Möglichkeit ist, dir ein Glücksmomente-Glas zu basteln. Auch das ist gar nicht viel Aufwand. 

1. Passendes Gefäß finden: Dafür eignet sich zum Beispiel ein Einmachglas.

2. Das Glas so gestalten wie du es möchtest: Verwende ein Foto oder ein Bild mit einer besonderen Bedeutung für dich, schöne Stoffbänder, ein hübsches Etikett, … Ob und wie du dein Glas verzierst, da ist deine Kreativität gefragt. Wie du sehen kannst, ist mein Glücksmomente-Glas gar nicht dekoriert. Ich verwende einfach bunte Zettel. Auf den Inhalt kommt es an!

3. Und dann machst du es im Grunde wie mit den Erbsen, die von einer Tasche in die andere wandern. Du schreibst jeden Tag das, wofür du dankbar bist und was dich glücklich macht, auf einen Zettel, faltest diesen und wirfst ihn ins Glas. Einen Gedanke pro Zettel.

Das Aufschreiben hat den Vorteil, dass du dir die Zettel wieder anschauen kannst, wenn du eine Aufmunterung gebrauchen kannst. Du kannst auch ein paar Glücksmomente wahllos aus dem Glas ziehen, wenn du deinen Fokus auf etwas Positives in deinem Leben richten möchtest. Mach dir am besten gleich dein eigenes Glas voller Glücksmomente und Dankbarkeit und fokussiere mehr auf die positiven Aspekte in deinem Leben: Welche Begegnung oder welcher Moment hat dir heute gutgetan? Wofür bist du dankbar?

Interesse geweckt? Hier trägst du dich in meinen E-Mail-Verteiler ein. Fragst du dich, ob dir ein Coaching etwas bringen kann? Dann  bewerbe dich einfach für eines von drei kostenlosen Schnuppercoachings pro Monat bei mir! 

Herzliche Grüße aus der Sommergasse, bis bald!

Kathrin Kaschura

Literatur

  • Stefanie Maeck (2016). Dankmuskel bitte anspannen. Spiegel Psychologie, 26.12.2016. [abgerufen am 20.07.2020]
  • Glücksmomente, nacherzählt von Kai-Uwe Scholz. [abgerufen am 20.07.2020]
  • Mc Craty, R. et al. (2015). The effects of emotions on short-term power spectrum analysis of heart rate variability. In: The American Journal of Cardiology.2015, Vol. 76, Issue 14, p. 1089–1093.
  • Mills, Paul J. et al. (2015). The Role of Gratitude in Spiritual Well-Being in Asymptomatic Heart Failure Patients. Spirituality in Clinical Practice. In: American Psychological Association. 2015, Vol. 2, No. 1, p. 5–17. [abgerufen am 20.07.2020]
  • Wood, A. M., Maltby, J., Stewart, N., Linley, P. A., & Joseph, S. (2008). A social-cognitive model of trait and state levels of gratitude. In: Emotion, 8, p. 281– 290.
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